5 Sätze, die Vertrauen aufbauen

Manchmal entscheidet ein Satz, ob Vertrauen entsteht oder Vertrauen verspielt wird. Vertrauen ist die Basis für jedes erfolgreiche Team. Aber Vertrauen lässt sich nicht verordnen – und auch nicht einfach anknipsen, wie ein Lichtschalter.

Der Spruch „Trust is earned in drops and lost in buckets“ bringt es sehr gut auf den Punkt: es sind die vielen kleinen, täglichen Dinge, die Vertrauen im Team aufbauen. Tröpfchen für Tröpfchen. Schritt für Schritt. Die Art und Weise, wie Führungskräfte mit oder über ihr Team sprechen ist eine davon. In diesem Blogartikel findest du 5 Sätze, die Vertrauen schaffen.

Kann ein Satz Vertrauen aufbauen?


Ein Satz allein schafft noch kein Vertrauen. Aber was wir sagen und wie wir es sagen trägt ganz erheblich dazu bei, ob Menschen uns vertrauen oder nicht. Nicht von heute auf morgen. Aber wenn vertrauensbildende Sätze in deinen Sprachgebrauch übergehen, dann tragen sie mit Sicherheit dazu bei, dass Vertrauen entsteht.

Denn Vertrauen ist keine Glückssache und auch kein schwurbeliges Bauchgefühl. Die Vertrauensformel beschreibt sehr greifbar, was Vertrauen fördert und warum es manchmal eher schwierig ist, jemandem zu vertrauen.

Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Nähe steigern Vertrauen. Wo viel Selbstbezogenheit im Spiel ist, da schwindet Vertrauen.

Mit diesen Sätzen schaffst du Vertrauen in deinem Team


Als Führungskraft haben deine Worte ein besonderes Gewicht – denn die Blicke und Ohren deines Teams sind auf dich gerichtet. Das gilt in beide Richtungen: du kannst mit Worten sehr viel Positives bewirken. Aber auch sehr viel verbrannte Erde hinterlassen.

Mit den folgenden Sätzen kannst du kleine Vertrauenspflänzchen setzen – vorausgesetzt, du meinst sie auch und sagst sie nicht nur so dahin.

#1: „Du hattest Recht.“


Hand aufs Herz: warst du auch schon mal total überzeugt von etwas und hast diese Meinung in einem Meeting oder Gespräch vehement vertreten? Und hinterher festgestellt, dass du doch falsch lagst? Das ist ganz schön peinlich.

Die vermeintlich einfachste Lösung ist, diese Erkenntnis einfach untern Tisch fallen zu lassen. Das ist aber nicht die beste.
Wahre Größe zeigst du, wenn du den Irrtum klarstellst: „Du hattest Recht. Ich lag da falsch. Danke, dass ich durch dich was lernen durfte“.

#2: „Das war mein Fehler.“


Manchmal gehen Dinge einfach schief. Vielen Führungskräften fällt es schwer, Fehler zuzugeben. Schließlich sind sie diejenigen, die immer eine Lösung parat haben sollen und im Zweifel die (richtige) Entscheidung treffen.

Aber irren ist menschlich. Einen Fehler zuzugeben macht dich nicht schwächer, sondern menschlicher – und schafft Vertrauen.

#3: „Für diesen Erfolg ist allein mein Team verantwortlich.“

Als Führungskraft bist du oft in der Situation, dass du Projektergebnisse, Verkaufszahlen oder Erfolge präsentierst, die dein Team erarbeitet hat.

Du kannst dabei Vertrauen schaffen, indem du deutlich machst, wer am Erfolg beteiligt war und wem der Dank und die Anerkennung gebührt.

#4: „Für diesen Fehler (meines Teams) übernehme ich die Verantwortung.“


Das Schöne am Führungskräfte-Dasein? Verantwortung haben. Das Schwierige am Führungskräfte-Dasein? Verantwortung übernehmen.

Wenn du die Verantwortung für die Fehler deines Teams übernimmst ist das ein riesiger Vertrauens-Booster. Dein Team wird es dir danken – durch mehr Mut, mehr Motivation und mehr außergewöhnliche Ideen. Denn wer weiß, dass im Zweifel jemand hinter einem steht, der hängt sich auch mehr ins Zeug.

#5: „Danke, dass du mir deine ehrliche Meinung sagst – auch wenn sie unangenehm ist.“


Alle reden von Feedback – aber auf unangenehmes Feedback können die meisten doch gerne verzichten. Es kostet Kraft, kritisches Feedback anzunehmen. Und auch sehr viel Mut, um welches zu geben – vor allem dir als Führungskraft.

Kritisches Feedback anzunehmen und sich auch noch dafür zu bedanken, sorgt für Vertrauen und psychologische Sicherheit im Team.

Das haben vertrauensbildende Sätze gemeinsam


Was macht einen Satz zu einem, der Vertrauen schafft?

Wenn du dir die Sätze anschaust wirst du feststellen, dass sie alle eins gemeinsam haben: du fährst dein Ego ein klein bisschen zurück.

Du zeigst, dass du nicht unfehlbar bist. Du lässt andere glänzen oder nimmst bewusst einen Fehler auf deine Kappe.

Damit sind wir wieder bei der Vertrauensformel: weniger Selbstbezogenheit schafft mehr Vertrauen – genauso wie mehr Nähe, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit.

Welchen Satz würdest du noch ergänzen, der Vertrauen schafft? Hinterlass mir gern einen Kommentar dazu.

2 Gedanken zu „5 Sätze, die Vertrauen aufbauen“

  1. Viele dieser Sätze nutze ich auch gegenüber meinen (Teenie-)Söhnen. Gerade gestern habe ich einem von ihnen gegenüber eingeräumt – Danke, dass du mir deine Meinung gesagt hast, die mir zwar nicht gefallen hat, aber dennoch ok ist. Und – du hattest Recht, ich lag falsch.
    Das ist natürlich eine andere Art von Team, doch im Grunde funktionieren (fast) alle zwischenmenschlichen Kommunikationsmöglichkeiten in nahezu jeder Team-Konstellation, in der wir uns bewegen.
    Ich glaube, wenn wir unser Ego rausziehen können – wenigstens ein bisschen – dann hilft das der Situation meistens schon sehr.
    Also: danke für diesen Anstoß und noch einmal in Erinnerung rufen deiner vertrauenbildenden Sätze.

    1. Liebe Claudia,

      vielen Dank für deine nette Rückmeldung. Klar – auch in der Familie und allen anderen Beziehungen gelten diese Regeln. Und auch dort fällt es oft schwer, zuzugeben, dass man nicht recht hatte oder ein kritisches (und meist sehr direktes) Feedback anzunehmen.
      Danke für die Gedanken-Erweiterung.

      Liebe Grüße,
      Evelyn

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